... ist dann vor dem inneren Auge ein Bild des Urlaubstraums oder des Traumurlaubs entstanden
                    (ein guter Reiseexperte verkauft keine Zielgebiete, sondern ermittelt Träume und den passenden
                    (Reise-) Rahmen dazu!), kommt der Preis ins Spiel. Meist ist er der Engpaß, aber nicht
                    unbedingt muß ein Traum daran scheitern.

                    Wichtig sind erst mal ganz andere Fragen ...

                    Die derzeitige Reise"un"kultur ist mit den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung, die
                    den Bedürfnisses heutiger Generationen entspricht, ohne die Bedürfnisse zukünftiger
                    Generationen zu gefährden, nicht vereinbar.

                    Ihr Urlaub wird ein größerer Erfolg, wenn Sie von Anfang an versuchen, sich bewußt zu
                    machen, warum Sie verreisen. Einige grundlegende Fragen sind nachfolgend
                    aufgelistet: Sie sollten sie sich, Ihrem Reiseveranstalter und / oder Ihrem potentiellen
                    Gastgeber vor Ort stellen!

                    Was Sie in Erfahrung bringen sollten, bevor Sie aufbrechen ...

                    Reisen oder nicht reisen?
 

                    Bin ich bereit, einen - nicht immer leichten! - Blick in den Spiegel werfen und mir
                    selbstkritisch einmal genau zu überlegen, wie und warum ich bisher gereist bin ???

          Anfahrtstrecke und Aufenthaltsdauer müssen in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen,
          d. h.  Quick-Trips per Flugzeug und Fernreisen für 2 Wochen belasten die Umwelt so stark, daß
          von sanftem Reisen nicht die Rede sein kann.
                    Falls ich verreise ...

                    Warum will ich gerade dieses Reiseziel besuchen?

                    Steckt mehr dahinter, als daß für dieses Reiseziel z. B. mit den Schlagwörtern Ökotourismus
                    oder Dschungeltouren geworben wird?
                    Existiert eine Planung, die die maximal erlaubte Zahl der Besucher je Ziel festschreibt und
                    streng überwacht (Kontigentierung), um Übernutzung zu vermeiden?

                    Plane ich eine Pauschalreise mit einem kommerziellen Veranstalter, erkundige ich mich
                    konkret bei ihm und frage bei Verbraucherschutzorganisationen nach Infos über Veranstalter und
                    Zielgebiete. Infos über Reiserisiken gibt auch das Auswärtige Amt der BRD.
                    Rufen Sie zusätzlich die 'Travel Warnings' des U.S. Departments of State,
                  den FCO Travel Advice (Regierung Grossbritanniens) und Infos des CIA-Factbooks ab.

                    Eine gesunde Vorsicht ist nie verkehrt, aber entgegen den quotenerhöhenden
                    Katastrophenmeldungen vom Tage besteht meist kein Grund zu Panik und Hysterie:
                    die Gefahr lauert nicht überall!

                    Fragen, die der Urlauber bei der Planung seiner nächsten Fernreise berücksichtigen sollte, um
                    sein Sicherheitsrisiko zu begrenzen:
 

                    Werden religiöse Differenzen politisch ausgetragen?
                    Könnte die Gewalt naher Krisenherde in absehbarer Zeit übergreifen?

                    Noch weniger bedacht werden in der Regel Aspekte wie:
 

          In vielen Ländern profitieren beide Seiten vom Naturtourismus in Nationalparks, doch nicht
          überall. Die Erschließung durch den Tourismus kann Einheimischen neben Fremdbestimmung
          auch wirtschaftliche Nachteile bringen, häufig führt Tourismus und Naturschutz zu Konflikten. Die
          direkte Beteiligung von Dorfgemeinschaften am Tourismus im Rahmen von Entwicklungs-
          programmen, wäre eine Möglichkeit, die Lebensverhältnisse von Einheimischen und gleichzeitig
          die potentielle Sicherheit von Urlaubern zu verbessern und ist ein weiteres Argument für eine
          Förderung des Ökotourismus.
            Sollten Sie sich in Begleitung eines Reiseführers wiederfinden, der anders agiert, liegt
          es in Ihrer Verantwortung, Ihrer Betroffenheit über ein solches Verhalten Ausdruck zu
          verleihen. Nicht nur, weil Sie der zahlende Kunde sind!             Haben Sie schon ganz bestimmte Orte im Blickfeld, schreiben Sie an die Fremdenverkehrs-
          ämter der Gemeinden und bitten Sie um Zusendung von Informationsmaterial. Fragen Sie, ob
          man / frau den Urlaubsort auch ohne Auto erreichen kann und ob Ausflüge mit öffentlichen
          Verkehrsmitteln vom Ort aus möglich sind.             Welches Transportmittel wähle ich ?
                    Wer diese Fragen beantwortet, weiß, welche Kriterien bei der Wahl des Reiseverkehrsmittels
                    anzulegen sind, ob Schnelligkeit, Bequemlichkeit, Preisniveau / Kosten, Reichweite, Streß
                    oder Umweltverträglichkeit den Ausschlag geben.

                    Wie viel Luxus brauche ich ... ?

  • Großkomplexe in ökologisch sensiblen Gebieten mit "Super"-Infrastruktur

  • (z. B. Hotels mit Swimmingpool und Golfplatz in wasserarmen Gebieten) meide ich.
  • Der Transport fossiler Brennstoffe an entlegene Orte kann sowohl unglaublich teuer als auch

  • sehr problematisch für die Umwelt sein.
              Wie kann ich mich noch intensiver auf meine Reise vorbereiten?                     Fangen Sie an, sich gründlich mit dem zu beschäftigen, was Sie interessiert, bevor Sie ihr           Führen Sie - wenn möglich - ein Reisetagebuch, damit sie Erlebtes festhalten und verarbeiten und
              später, wenn die Reise schon lange hinter ihnen liegt, quasi "noch einmal" reisen können...
                        Wie begegne ich dem bzw. den Fremden:
  • Reisen Sie mit der festen Absicht, Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu pflegen und mit
  • ihr das Gespräch zu suchen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, aktiv zuzuhören und zu
    beobachten, was mehr bedeutet als lediglich zu hören und zu sehen. Widerstehen Sie der
    Versuchung, alle Antworten schon im Voraus zu kennen.
  • Bewahren Sie sich während Ihrer Reise eine Grundhaltung von Bescheidenheit und
  • Zurückhaltung. Entdecken Sie den Reichtum einer anderen Kultur und einer anderen
    Lebenseinstellung, ohne immer nur nach dem Exotischen zu suchen. Halten Sie Ihre
    Versprechen gegenüber Menschen, die Sie treffen. Versprechen Sie nichts, was Sie nicht
    halten können!
  • Befassen Sie sich mit den vor Ort üblichen Sitten und Gebräuchen. Versuchen Sie, sich die
  • Gefühle anderer bewußt zu machen. Verhalten Sie sich respektvoll und vermeiden Sie
    "forsches" Auftreten, besonders beim Photographieren. Verinnerlichen Sie sich, daß andere
    eventuell Zeitvorstellungen und Einstellungen haben, die sich von Ihren unterscheiden und die
    den Haltungen, die Sie in Ihrem Kulturkreis erworben haben, in nichts nachstehen. Denken Sie
    daran, daß Sie nur einer von vielen Besuchern sind. Erwarten Sie keine besonderen Privilegien.
  • Nehmen Sie sich an jedem Tag Ihrer Reise Zeit, über Ihre Erfahrungen nachzudenken, um Ihr

  • Verständnis zu vertiefen. Geben Sie an diejenigen etwas zurück, die mithalfen, daß sich Ihr
    Erfahrungsschatz erweitern konnte. Wenn Sie mit Händlern Preise aushandeln, denken Sie
    immer daran, daß auch dem Ärmsten Würde gebührt. Ziehen Sie keinen Vorteil aus der Armut
    anderer. Zahlen Sie einen fairen Preis.
                        Wer sich klar darüber ist, was er an sozialen und kulturellen Erfahrungen im Urlaub
                        machen möchte und kann, der sollte sich gezielt auf den Aufenthalt vorbereiten.

                        Wer allerdings merkt, daß die fremde Kultur ihm oder ihr nur als Kulisse dient, an der
                        wenig echtes und tieferes Interesse besteht, der sollte sein Vorhaben, ein anderes Land
                        zu bereisen, ernsthaft überdenken.

                        Falls Sie nur das suchen, was Sie zuhause auch haben ("a home away from home"),
                        warum verreisen Sie dann?

                        Und ... Last but not least:

                        Leave only footprints ...

                        Ermahnungen  wie "Nimm' nichts mit außer Photos" mögen vielleicht abgedroschen
                        klingen, sind aber in Wirklichkeit ziemlich tiefsinnig. Die Idee des Reisens in der Natur ist
                        schließlich immer noch, das Reiseziel so unberührt zu verlassen, wie man es
                        vorgefunden hat - sowohl für den Reisenden, der nach Ihnen kommt, als auch für die
                        einheimische Bevölkerung, die weiterhin in Harmonie mit Ihrer lokalen Umwelt leben
                        möchte.
     

    Quellen:
    Wer bin ich?Waldzeit e.V.

    Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, die sagt:
    "Das ist technisch unmöglich!"

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    [30-Januar-2013]